Ein Reifenwechsel sollte zweimal im Jahr durchgeführt werden, denn nur ein an die Witterungsbedingungen angepasstes Reifenprofil garantiert eine optimale Bodenhaftung. Selbst bei Temperaturen unter +7°C verlieren Sommerreifen ihren optimalen Grip. Bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h verkürzt sich der Bremsweg mit Winterreifen auf nasser Straße auch bei Temperaturen unter +7°C um ca. 10%. Beim Einsatz von Winterreifen verkürzt sich der Bremsweg bei Temperaturen unter +7°C um ca. 10%.

Winterreifenpflicht in Deutschland

Im November 2010 verabschiedete der Bundestag ein Bundesgesetz, das wesentlich konkret auf Winterreifen eingeht. Dieses Bundesgesetz wurde 2015 geändert, um den Einsatz von Winterreifen bei eisigen Temperaturen zu fordern. Ab Januar 2018 müssen neue Winterreifen mit dem Alpen-Symbol (ein 3-Spitzen-Berg mit einer Schneeflocke in der Mitte) gekennzeichnet werden.

Winterreifen

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Wenn Sie Ganzjahresreifen oder Winterreifen besitzen, die mit M+S gekennzeichnet und vor 2018 produziert wurden, sind diese noch bis zum 30. September 2024 zugelassen. Das Gesetz gilt auch für Motorräder, Lastwagen und Busse, unabhängig davon, ob der Fahrer Eigentümer ist oder das Fahrzeug mietet. Alle diese Fahrzeuge müssen mit Winterreifen ausgestattet sein, wenn Sie bei Schnee oder Eis fahren.

Welche Strafe droht ohne Winterreifen?

Wenn die Polizei einen Fahrer mit Sommerreifen erwischt, sind 60 Euro Bußgeld fällig. Hinzu kommt noch ein Punkt in Flensburg. Mit 80 Euro und einem Punkt müssen Fahrer rechnen, die mit Sommerreifen unterwegs sind und andere behindern - zum Beispiel dadurch, die sie im Verkehr liegen bleiben.

Winterreifen vs. Ganzjahresreifen

Die Entscheidung, ob ein Fahrzeughalter Winterreifen oder Ganzjahresreifen verwenden soll, ist keine Rechtsfrage. Nach der StVO spielt es keine Rolle, ob ein Fahrzeug bei winterlichen Witterungsbedingungen mit Ganzjahres- oder Winterreifen ausgestattet ist. Im Interesse der persönlichen und allgemeinen Sicherheit wird jedoch die Verwendung von Allwetterreifen nicht empfohlen. Das Reifenprofil und die Materialmischung der Ganzjahresreifen sind nicht besonders gut geeignet für den Einsatz bei Kälte, Schnee und Eis.

Winterreifen

  • haben eine eine hohe Fahrstabilität und kurze Bremswege auch bei Minusgraden. Zahlreiche Lamellen (kleine wellenförmige Einschnitte in den Profilblöcken) sorgen zudem für hohen Grip auch auf Schnee und Eis.

Ganzjahresreifen

  • sind nur ein Kompromiss zwischen den Vorteilen von Winter- und Sommerreifen. Das Allwetter-Profil sorgt vor allem im Winter für geringere Fahrstabilität, schlechtere Fahreigenschaften und deutlich längere Bremswege. 

Reifenwechsel Selbstmontage - so geht's

Mit ein wenig Muskelkraft und den richtigen Werkzeugen können Sie Ihre Winterreifen selbst montieren. Wir erklären, wie das geht und worauf Sie achten sollten.

Schritt 1: Das richtige Werkzeug

Um Ihre Winterreifen selbst zu montieren benötigen Sie das richtige Werkzeug. Hierzu gehören im Idealfall: Handschuhe, Wagenheber, Drehmomentschlüssel und ein Schlagschrauber. Hilfreich ist eine Drahtbürste, um Schmutz und Rost zu entfernen und z. B. Fettkreide, um die Reifen zu markieren. Legen Sie das Werkzeug und die zu wechselnden Reifen bereit. Prüfen Sie außerdem vor dem Reifenwechsel die Profiltiefe des Reifens und ob es eine Rollrichtung gibt.

Schritt 2: Auto vor dem Wegrollen sichern

Parken Sie das Fahrzeug auf einer festen und ebenen Fläche. Ziehen Sie die Handbremse an und schalten Sie den ersten Gang ein. Für Automatikgetriebe stellen Sie den Hebel in die Parkposition.

Schritt 3: Radmuttern lockern und Auto aufbocken

Alle Radmuttern eines Rades leicht mit dem Radstern oder Drehmomentschlüssel lösen. Bringen Sie dann den Wagenheber in die richtige Position am Fahrzeug und heben Sie das Fahrzeug an, bis der Reifen den Boden nicht mehr berührt.

Schritt 4: Markierungen beachten

Einige Reifen haben eine bestimmte Laufrichtung, daher sollte man bei der Montage der Räder auf eine solche Kennzeichnung am Reifen achten und diese der entsprechenden Seite zuordnen. Anschließend kann der neue Reifen auf die Radnabe gelegt werden. 

Schritt 5: Radmuttern anziehen und Drehmoment beachten

Nun ziehen Sie die Radmuttern fest an. Achten Sie darauf, dass Sie die Muttern immer über Kreuz anziehen, damit das Rad richtig sitzt. Hier empfiehlt sich ein Drehmomentschlüssel, mit dem Sie den vorgegebenen Wert des Anzugsdrehmoments vom Hersteller exakt einhalten können.

Schritt 6: Luftdruck der Reifen prüfen

Bringen Sie gegebenenfalls die Radkappen wieder an und vergessen Sie nicht den Luftdruck Ihrer Reifen zu kontrollieren.

Die häufigsten Fehler beim Reifenwechsel

Reifenwechsel im Winter

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  • Wagenheber schief oder an falscher Stelle angesetzt
    Die ersten Fehler sind bereits vorprogrammiert, wenn das Fahrzeug angehoben wird. Wenn Sie die Reifen auf falschem Untergrund wechseln, z. B. auf einer abschüssigen Straße oder auf Kopfsteinpflaster, laufen Sie Gefahr, dass der Wagenheber zusammenbricht. Dies kann zu schweren Verletzungen führen. Darüber hinaus können die Federung sowie die Front- und Seitenschweller betroffen sein. Es ist daher unerlässlich, eine ebene und feste Oberfläche zu gewährleisten. Der Wagenheber darf nicht gekippt werden und muss an der vorgesehenen Stelle positioniert werden.

  • Unsachgemäße Montage z. B. Reifen in falscher Laufrichtung
    Bei der Reifenmontage verlassen sich viele auf ihr Gefühl. Die Radschrauben müssen jedoch immer mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden. Zu locker ist genauso schlecht wie zu eng. Bei zu leicht angezogenen Schrauben können sich diese im Zweifelsfall lösen und sich während der Fahrt lösen. Zu fest angezogene Radschrauben hingegen belasten das Material von Felge und Schraube übermäßig. Die Radmuttern sollten immer über Kreuz angezogen und nach ca. 50 bis 100 Kilometern wieder angezogen werden.

  • Umwuchten der Räder oder Beschädigung im Reifen nicht bemerkt
    Wer die Reifen nicht von einem Fachbetrieb montieren lässt und sie lieber von Hand aufsetzt, bemerkt oft keine Schäden an den Reifen oder Felgen. Er verzichtet auch bewusst auf ein professionelles Auswuchten der Räder. In jedem Fall sollten die Reifen vor der Lagerung auf Beschädigungen wie Einlaufteile, Risse, Verformungen oder Schlitze überprüft werden. Dies sollte auch das Entfernen von Steinen aus dem Reifenprofil beinhalten.

  • Luftdruck nicht korrekt angepasst
    Der Luftdruck muss nach jedem Reifenwechsel angepasst werden. Diejenigen, die glauben, dass die gelagerten Reifen während der saisonalen Auszeit keinen Druckverlust erlitten haben, liegen falsch. Zu niedriger Reifendruck wirkt sich negativ auf Fahrverhalten, Bremsweg und Kraftstoffverbrauch aus. Die Hersteller empfehlen, vor der Lagerung den Reifendruck um 0,5 bar zu erhöhen.

  • Keine optimale Lagerung der Reifen
    Häufig herrschen in der privaten Garage oder im Keller nicht die besten Bedingungen für die Lagerung von Reifen. Wenn Sie jedoch nicht auf sie verzichten wollen, sollten Sie Ihre Reifen an einem kühlen, trocknen und vor allem dunklen Ort lagern. Stark schwankende Temperaturen mögen die Reifen ebenso wenig wie direktes Sonnenlicht. Zur Lagerung eignen sich so genannte Felgenbäume oder spezielle Wandhalterungen. Diese entlasten die Reifen.

Was kostet der Reifenwechsel in der Werkstatt?

Der Reifenwechsel kann im Preis variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst kommt das Material ins Spiel: Alufelgen sind viel empfindlicher als Stahlfelgen und können je nach Werkstatt zu höheren Kosten für Reifenwechsel führen. Einige Kfz-Werkstätten berechnen auch Zuschläge für extra große oder breite Reifen. Wenn nur die Reifen gewuchtet werden sollen, berechnen die meisten Werkstätten zwischen fünf und acht Euro pro Rad. Sie bezahlen also für ein ganzes Set zwischen 20 und 32 Euro.

Wann muss gewechselt werden?

Viele Autobesitzer wissen, dass Reifen auf ihre einwandfreie Funktion überprüft werden sollten. Sehr oft werden die Reifen jedoch erst dann überprüft, wenn sie zur Montage fällig sind. Tipp: Kontrollieren Sie vor der Lagerung, ob die Reifen oder Räder noch funktionstüchtig sind und bestimmen Sie, welche Teile erneut bestellt werden müssen.

Warten Sie nicht allzulange bis zur Bestellung Ihrer neuen Winterreifen, da es in der nächsten Wechselsaison zu Engpässen kommen kann. So können Sie auch sicher sein, dass Sie die aktuellen und gewünschten Modelle erhalten.

Fazit

Im Herbst kommen Schneefall und Glatteis oft plötzlich und unerwartet. So gilt: Je früher Sie den Reifenwechsel im Winter vornehmen, desto besser. Die Winterreifen müssen situationsgerecht montiert werden: Fahren Sie auf Glatteis, Matsch oder rutschigem Schnee, müssen Sie unbedingt Winterreifen verwenden. Andernfalls können hohe Bußgelder in Kraft treten.

 
 
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