Beim Blick auf die leere Tankanzeige vergeht derzeit vielen Autofahrern das Lachen, denn: Benzin und Diesel sind wieder deutlich teurer geworden. Sprit kostet gerade so viel wie seit Jahren nicht mehr. Gründe dafür sind einerseits die Sanktionen gegen den Iran, die zum Preisanstieg beitragen und die Unsicherheit am Ölmarkt.

Laut Statista liegt der derzeitig durchschnittliche Benzinpreis im Jahr 2018 bei 1,44 €. Das sind ganze 8 Cent mehr, als noch im Vorjahr. Binnen der letzten zwanzig Jahre hat sich der Preis pro Liter Superbenzin um etwa 50 Cent erhöht. Die Benzinpreisschwankungen hängen von extrem vielen, sehr komplexen Faktoren ab. Nirgends spürt man die Auswirkungen weltpolitischer Ereignisse so sehr wie an der Tankstelle und auch Naturkatastrophen können den Preis nach oben treiben.

Aktuell steigen die Kraftstoffpreise immer weiter, trotz sinkender Rohölpreise. Grund dafür ist unter anderem die Spritknappheit durch niedrige Flusspegel. Der Kraftstoff-Transport muss vom Schiff teuer auf die Straße verlegt werden.

 

Steigende Spritpreise

Deutschlands Spritverbraucher spüren Trumps Iran-Sanktionen.

Wegen der US-Sanktionen gegen den Iran wird das Land künftig weniger Öl exportieren. Ländern, die weiterhin mit dem Iran Geschäfte machen, drohen die Vereinigten Staaten mit einem Ausschluss vom US-Markt.

Im Iran können die Folgen gravierend sein. Das Land fördert täglich etwa die doppelte Menge an Öl wie Venezuela. US-Präsident Donald Trump will am 4. November mit seinen Sanktionen auch die iranische Ölindustrie ins Visier nehmen. Staaten, die dann noch aus dem Iran importieren, sollen bestraft werden.

Zwar bezieht Deutschland kein Öl aus dem Iran, und auch in die Europäische Union fließt nur ein kleiner Teil der iranischen Exporte – dennoch: Die Sanktionen könnten den Ölpreis auf dem Weltmarkt weiter nach oben treiben. Mit Folgen für Deutschland. „Sollten die Rohöl-Importe aus dem Iran komplett ausfallen, wären die Folgen am Markt gravierend. Dann könnte eine echte Unterversorgung drohen. Ob die USA die Sanktionen am Ende aber vollständig durchsetzen, ist aber zu bezweifeln.

Dabei soll es nach Aussage von US-Außenminister Mike Pompeo Ausnahmen für Staaten geben, die in hohem Maße von iranischem Öl abhängig sind. Medienberichten zufolge könnten dazu China, Indien, Japan, Südkorea und die Türkei zählen. Laut Pompeo sei die EU jedoch keine Ausnahme.

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Spritpreise liege in den sinkenden Wechselkursen des Euros gegenüber dem Dollar, laut ADAC. Der Euro hat nahezu zwei Prozent an Wert innerhalb einer Woche verloren. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, werden die Importe für Deutschland somit teurer.

Zu diesen Zeiten tankt man am billigsten

Die teuerste Zeit zum Tanken ist morgens zwischen 6 und 9 Uhr. Der ADAC empfiehlt es zwischen 15 und 17Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr zu tanken. Die Preisdifferenz läge hier bei bis zu acht Cent weniger, als noch am Morgen.

Wie entwickelt sich der Ölpreis langfristig?

Aufgrund der Spannungen im Nahen Osten und dem Austritt der USA aus dem Iran-Abkommen, sind die Ölpreise zuletzt explodiert. Der Preis für ein Fass (159 Liter) der wichtigen Nordseesorte Brent ist innerhalb der Jahresfrist um etwa 40 Prozent gestiegen. „Prognosen über den Ölpreis und damit auch den Spritpreis sind schwierig bis unmöglich“, ist die Aussage des ADAC.

Besteuerung in Deutschland

„Warum sind die Benzinpreise in Deutschland so hoch?“, ist eine Frage die sich generell einige ausländische Autofahrer in Deutschland stellen.

Das liegt zum größten Teil an den staatlichen Steuern und in erster Linie an der Mineralölsteuer. Diese ist der Hauptgrund, warum die deutschen Spritpreise so verhältnismäßig hoch sind. Im Moment sind es 65 Cent pro Liter, und es ist wichtig zu beachten, dass Sprit wie jedes andere Produkt mit einer Umsatzsteuer von 19% belastet wird. Zudem wird  die Umsatzsteuer aus dem Ursprungspreis + der Benzinsteuer berechnet, so dass der Umsatzsteuersatz noch höher ist.

Zusammengefasst gibt es also die fixen Abgaben (Mineralölsteuer, Ökosteuer und Erdölbevorratungsbeitrag) die pro Liter berechnet werden und es findet eine Besteuerung durch die Umsatzsteuer statt, die im Verkaufspreis an den Tankstellen enthalten ist.

Dass der Staat am meisten am Benzin-Verkauf verdient, ist kein Geheimnis mehr. Was viele jedoch überrascht ist das der Wareneinsatz, nur 29% vom Gesamtpreis ausmacht. Hinzu kommen die restlichen Prozentsätze, die MwSt, Energiesteuer, Deckungsbeitrag, Raffinerie und dem Erdölbevorratungsbeitrag dienen.

 
 
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