LKW-Reifen gehören zu den wichtigsten Fahrzeugteilen und werden regelmäßig stark beansprucht. Auf ihnen lastet nicht nur das Gesamtgewicht, ihr Zustand hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Fahrsicherheit eines LKWs. Umso wichtiger ist es auf ihre korrekte Verwendung zu achten – das spart nicht zuletzt auch hohe Bußgelder.

Wo große Lasten und Güter mit einem LKW transportiert werden, kommt es auf eine richtige und einwandfreie Bereifung an. Denn die Reifen gehören zu den am stärksten beanspruchten Fahrzeugteilen eines LKWs. Auf ihnen lastet nicht nur das Eigengewicht des Transporters, sondern auch das der Ladung. Vor allem sehr schwere Frachtgüter stellen für die Transportfahrzeuge eine enorme Herausforderung dar. Je nach Fahrzeugtyp erreichen die zulässigen Gesamtgewichte für LKWs, Anhänger oder Wechselbrückenwagen, wie sie auch für den innerbetrieblichen Transport genutzt werden, abhängig von der Anzahl der Achsen bis zu 40 Tonnen. Im Vergleich dazu hat ein Kraftfahrzeug mit zwei Achsen gemäß Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) lediglich ein zulässiges Gewicht von 18 Tonnen. Um das höhere Gewicht tragen zu können, sind LKW-Reifen in Hinblick auf Reifenquerschnitt und Durchmesser größer als PKW-Reifen. So erreichen sie eine Tragfähigkeit von bis zu sechs Tonnen. Der sichere Transport ist aber nur gewährleistet, wenn die Reifen weder abgefahren noch beschädigt sind – andernfalls drohen im schlimmsten Fall schwere Unfälle.

Welche gesetzlichen Vorschriften und Profiltiefen gelten

Die Anforderungen für LKW-Reifen sind in der StVZO festgelegt und betreffen im Wesentlichen drei Punkte:

  • Profiltiefe
  • Winterreifenpflicht
  • Bereifung der Achsen

Den gesetzlichen Vorschriften zufolge müssen LKW-Reifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter aufweisen, andernfalls ist die Reifenhaftung nicht mehr gegeben und das Risiko für Unfälle steigt. LKW-Reifen, die diese Mindestvorgaben nicht erfüllen droht entsprechend dem Bußgeldkatalog eine Strafe von 60 bzw. 75 Euro und ein Punkt. Fahrer und Spediteure sind selbst in der Verantwortung, die LKW-Reifen regelmäßig zu kontrollieren. Die Profiltiefe lässt sich relativ einfach mit einer 1- oder 2-Euro Münze prüfen, die in das Reifenprofil gesteckt wird. Ist der goldene (1-Euro-Münze) bzw. silberne Rand (2-Euro-Münze) vollständig verdeckt, ist die Profiltiefe ausreichend. Ist er dagegen (knapp) sichtbar, ist ein Reifenwechsel angebracht.

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Winterreifenpflicht und Einsatzzweck der LKW-Reifen beachten

Darüber hinaus gilt für LKW-Reifen eine Winterreifenpflicht, wobei ebenfalls die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vorgegeben ist. Um das Risiko von Aquaplaning im Winter zu reduzieren, kann jedoch eine Profiltiefe von 6 bis 8 Millimeter empfohlen sein. Unterschreitet das Profil die vorgegebene Mindesttiefe, droht im Winter bei nicht entsprechender Bereifung ein Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt. Im Falle einer Verkehrsbehinderung steigt das Bußgeld auf 80 Euro und ein Punkt wird abgezogen. Zu beachten ist hierbei, dass die Winterreifenpflicht für einen LKW bis 3,5 Tonnen auf allen Achsen gilt. Hat der Transporter ein Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen, gilt die Winterreifenpflicht nur für die Antriebsachse und die restlichen Achsen sind mit Ganzjahresreifen auszustatten. Hintergrund ist, dass es für die jeweiligen Achsen (Antriebsachse, Lenkachse, Liftachse, Anhängerachse) unterschiedliche LKW-Reifen gibt. So sind die Reifen nicht nur gemäß ihrem Einsatzzweck auf den jeweiligen Achsen zu montieren. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Achsen gleichartig bereift sind, das heißt die Reifen haben den gleichen Durchmesser, die gleiche Größe und die gleiche Bauart. Eine abweichende Profiltiefe ist möglich, wenn all das gegeben ist.

LKW-Reifen mit Runderneuerung ein zweites Leben schenken

Neben den genannten Punkten ist zu bedenken, dass LKW-Reifen ab einem bestimmten Alter porös und rissig werden können. Das gilt nicht nur bei regelmäßiger Nutzung, sondern auch für die Lagerung. Mit zunehmenden Alter verändert sich die Reifenmischung, aber auch Sonneneinstrahlung und Kälte beanspruchen die Reifen. LKW-Reifen, die gelagert oder nur wenig genutzt werden sind deshalb sechs bis acht Jahre nach dem Herstellungsdatum zu entsorgen. Reifen im Dauereinsatz sind entsprechend auf Abnutzung und Abrieb regelmäßig zu kontrollieren, da sonst ebenfalls das Unfallrisiko steigt und Bußgelder drohen. Um die Langlebigkeit von LKW-Reifen dennoch zu erhöhen und die Umwelt zu schonen, können diese ein- bis zweimal runderneuert werden. Viele Unternehmen verwenden runderneuerte Reifen als kostengünstige Variante zu neuen Reifen, was in Deutschland grundsätzlich erlaubt ist.  

 
 
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