Mit dem Auto für 2,50 Euro 100 Kilometer weit fahren? Was klingt wie ein schöner Traum macht Solarstrom möglich. Wer ein Elektroauto mit Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach betreibt, der kann das Fahrzeug für nur 2,50 Euro 100 Kilometer weit bewegen.

Hierfür sind natürlich noch Kosten nötig, um die Infrastruktur anzuschaffen – aber für den Kauf eines Elektrofahrzeuges, einer Wallbox und einer Solaranlage auf dem Dach gibt es umfangreiche staatliche Förderungen.

Mit einem Elektroauto sind Photovoltaikanlagen wieder wirtschaftlich

Seitdem die EEG-Umlage gesunken ist, haben Photovoltaikanlagen auf dem Dach eines Einfamilienhauses in dem Ruf, unwirtschaftlich zu sein. Die Kosten seien so hoch, dass sie mit der Einspeisevergütung nicht mehr in einem überschaubaren Zeitraum refinanziert werden könnten.

E-Auto Solarstrom

© Pixaline - pixabay.com

Wenn man jedoch die eigene Stromnutzung aus der Solaranlage erhöht, ändert sich die Rechnung natürlich. Denn der selbst produzierte Strom ist deutlich billiger als der Strom des Anbieters – egal ob standarddeutscher Energiemix oder reiner Ökostrom.

Aber wie lässt sich der eigene Stromverbrauch so stark steigern, dass die Photovoltaikanlage auf einmal wieder wirtschaftlich ist? In dem man sich eine Wallbox für Zuhause kauft, einbaut und mit dieser das eigene E-Auto betreibt. Damit fährt man nicht nur so günstig wie mit keiner anderen Antriebsform, sondern ist darüber hinaus auch noch umweltfreundlich unterwegs.

Was sind die Vorteile einer Wallbox?

Ein E-Auto braucht sehr viel Strom – sehr viel mehr als jeder andere Verbraucher in normalen Haushalt. Hierdurch entstehen besondere Belastungen an der Schnittstelle zwischen Fahrzeug und der Elektroinstallation des Hauses. Ein E-Auto kann zwar auch mit einer normalen Schuko-Steckdose aufgeladen werden, das bringt jedoch das Risiko, dass das Stromkabel, Stecker oder Steckdose überhitzen oder es zu einem Kabelbrand kommt.

Außerdem ist es wesentlich schneller ein E-Auto mit einer Wallbox zu laden, da diese viel mehr Kapazität bewältigen kann. Damit das Risiko bei einer Wallbox so gering wie möglich ist, sind diese mit einem zusätzlichen FI-Schalter ausgestattet, der sonst in jedem Haushalt nur einmal vorkommt.

Wer zusätzlich zu seiner Wallbox Zuhause noch eine Photovoltaikanlage betreibt, der kann auch dafür sorgen, dass das Auto so geladen wird, dass trotzdem jederzeit ausreichend Strom für den restlichen Haushalt zur Verfügung steht. Hierfür gibt es intelligente Systeme, an denen der Nutzer die Überschussleistung einstellen kann, die erreicht werden muss, damit das Fahrzeug mit Strom versorgt wird. Fällt die Leistung der Solaranlage unter dieses Niveau, wird das Auto nicht geladen und es steht ausreichend Strom für Wasserkocher und Fernsehen zur Verfügung.

Was für Förderungen gibt es vom Staat?

Um die Energiewende gesellschaftlich zu realisieren, stellt der Staat umfangreiche Förderungen für den Umstieg auf Erneuerbare Energien und Elektroautos bereit. Daher können Fördermittel für das Elektroauto, die Wallbox und die Photovoltaikanlage beantragt werden. Diese können auch kumuliert werden, das heißt mehrere Fördermittel aus verschiedenen Fördertöpfen gleichzeitig in Anspruch genommen werden.

Die Bundesregierung bezuschusst im Jahr 2020 den Kauf eines neuen Elektroautos mit bis zu 6.000 Euro, dazu können noch Fördermittel aus den verschiedenen Bundesländern und sogar einigen Kommunen beantragt werden. Das Land Nordrhein-Westfalen zahlt einen Umweltbonus von 6570 Euro für Batterieelektrofahrzeuge.

Auch Wallboxen werden von einigen Stellen gefördert. Bund und Länder konzentrieren ihre Förderungen von Ladeeinrichtungen vor allem auf den Aufbau eines öffentlichen Netzes. Aber einige Kommunen bezuschussen diese zentrale Einrichtung für E-Autos. Die Stadt München beispielsweise übernimmt beispielsweise bis zu 40 Prozent der Kosten einer Wallbox und ihrem Einbau (maximal 3000 Euro). Dazu kommen noch einige Stadtwerke, die Wallboxen für ihre Kunden bezuschussen.

Der Einbaue von einer Photovoltaikanlage wird 2020 nicht mehr direkt gefördert. Allerdings können Bauherren für ihre Photovoltaikanlage günstige Kredite bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau bekommen. Zusätzlich gibt es eine (kleine) Einspeisevergütung für jede Kilowattstunde Strom, die in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Weil die Einspeisevergütung so niedrig ist und wahrscheinlich noch weiter sinken wird, lohnt es sich, so viel Strom der eigenen Solaranlage selbst zu verwenden.

Das Gute ist: Die Kosten für eine Solaranlage sind in den letzten 10 Jahren um 70% gefallen. Um ein E-Auto aufzuladen, braucht man ungefähr eine Leistung von 4 Kilowatt Peak (kWp – Leistung einer Solaranlage unter Standardbedingungen). Hierfür benötigt man mit einer modernen Anlage eine Fläche von nur 32 Quadratmetern, was ungefähr 6.000 Euro kostet.

Wer sich umfassend über die lokal zur Verfügung stehenden Fördermittel informiert, der kann sehr viel Geld sparen und seinen Beitrag zur Energiewende beitragen.

 
 
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