Emissionsbewusster fahren: Das bedeutet, beim Fahren weniger Emissionen zu verursachen. In gewisser Weise also, auf die Umwelt Rücksicht zu nehmen. Denn mit Emissionen sind im Rahmen des normalen Sachverständnisses die Autoabgase gemeint. In Zeiten der Diesel-Affäre ist ein emissionsbewusstes Fahren also mehr als löblich: Weniger Abgase heißt bessere Luft und das wiederum führt zu einer besseren Gesundheit und zu einer höheren Lebensqualität. Wie Sie emissionsbewusst fahren und warum es nicht so einfach ist, wie Sie denken.

Emission: Abgase und was es damit auf sich hat

Emissionen sind ausgestoßene bzw. abgegebene Stoffe. Die meisten verstehen darunter die Abgase eines Autos bzw. die Gase, die ein Auto durch die Verbrennung von Kraftstoff ausstößt. Die Abgase setzen sich aus vielen verschiedenen gasförmigen Stoffen zusammen. Dazu zählen je nach Verbrennungstechnologie Wasser (dampfförmig), CO, CO2 sowie diverse Stickoxide. Dazu kommen feine Stäube bzw. Feinstaub. Obwohl praktisch jeder etwas Negatives mit dem Begriff „Emissionen“ assoziiert, muss das in Wirklichkeit nicht so sein. Während die gerade beschrieben Emissionen auf Benziner oder Diesel bestens zutreffen, ist das bei Autos, die Erdgas oder Wasserstoff verbrennen, nicht der Fall. Hier entstehen nur CO2 und Wasserdampf. Diese beiden Stoffe sind nicht direkt gesundheitsschädlich, sondern tragen „lediglich“ zur Erderwärmung bei.

Weitere Emissionen neben den Abgasen

Wenn Sie Auto fahren und es sich dabei gemäß obiger Erkenntnis nicht um Elektroauto oder ein anderes vergleichbares Fahrzeug handelt, dann erzeugen Sie Emissionen. Doch es gibt neben den Abgasen noch weitere Quellen für Emissionen: Die Bremsen zum Beispiel oder die Reifen sowie jedwedes andere Verschleißteil und auch jede „verschleißende“ Flüssigkeit. Im weiteren Sinne zählt zu den Emissionen eines Autos damit nicht nur das Abgas, sondern beispielsweise auch der als Feinstaub zählende Bremsenabrieb, der Gummiabrieb der Reifen, das Scheibenwischerwasser, die Bremsflüssigkeit und das Motoröl. Die letzten beide Punkte werden auf Wunsch ausgestoßen bzw. ausgewechselt, in der Regel bei einer Inspektion. Tatsächlich heißt emissionsbewusster fahren also nicht nur, darauf zu achten, wenig Abgase auszustoßen, sondern auch zu versuchen, die anderen Quellen für Emission zu beseitigen.

Perfekt emissionsfrei: Geht das?

Ja und nein. Aktuell ist es praktisch nicht möglich, ein emissionsfreies Auto zu fahren bzw. normal zu nutzen. Warum? Schauen Sie sich die Verbrenner an: Benziner, Diesel und alle Derivate (Wasserstoff, Erdgas, LPG, …) fahren mit Emissionen durch den Motor. Elektroautos tun das zwar nicht – aber hier entstehen immer noch die Emissionen durch Bremse, Reifen und Flüssigkeiten. Mit dem Elektroauto ist man heute schon stark an der Grenze zur Praktikabilität und zur Wirtschaftlichkeit, jedenfalls für einen privaten Haushalt. Überschreiten wir die Grenze einmal, um in der Theorie ein wirklich emissionsfreies Automobil zu entwickeln: Um gänzlich emissionsfrei zu fahren brauchen Sie ein Auto, welches weder einen Verbrennungsmotor hat noch über Verschleißteile wie Bremsen oder Reifen verfügt. Auch sollte es frei von Flüssigkeiten sein, die von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden müssen. Damit landen wir bei einem schwebenden Fahrzeug mit Elektroantrieb und Wirbelstrombremse – und das ist (aktuell) beim Besten Willen nicht ohne weiteres möglich.

Bleibt noch: Emissionen verringern

Das Gute ist, dass wir gar kein perfekt emissionsfreies Fahrzeug brauchen, um nachhaltig durch die Welt zu fahren. Es reicht, wenn wir unsere Emissionen verringern. Das klappt je nach Fahrzeug und Herangehensweise mehr oder weniger effektiv. Gehen wir vom hinsichtlich des Aufwands geringsten Szenario aus: Sie möchten ein neues Auto kaufen und legen dabei viel Wert auf geringe Emissionen, ohne dass Sie großartig etwas dafür tun möchten. Dann sollte Ihre Entscheidung auf ein Elektroauto fallen.

Übrigens: Die weit verbreitete Meinung, dass ein Elektroauto unbedingt mit Ökostrom laufen müsse, um wirklich umweltfreundlich zu sein, ist ein Irrglaube. Tatsache ist nämlich, dass, ausgehend von deutschen Standards, ein Kohlekraftwerk hinsichtlich der Energieerzeugung deutlich effizienter und sauberer ist als jeder Verbrenner. Als Besitzer eines Elektroautos können Sie sich also auch dann zu den Umweltschützern zählen, wenn Sie Strom aus Kohle, Erdgas oder anderen fossilen Energieträgern beziehen.

Geringere Emissionen durch angepasste Fahrweise und Modifikationen am Auto

Doch nicht jeder hat genug Geld auf der Seite, um sich ein modernes Elektroauto zu kaufen. Tatsächlich werden Sie wohl zu der Gruppe gehören, in der sich die meisten Leser befinden: Angenommen, Sie fahren einen etwas älteren Opel Astra, also ein Modell G, H oder J. Sie suchen nach Möglichkeiten, emissionsfreier zu fahren. Das heißt: Sie wollen bewusst auf Emissionen achten und Ihre Fahrweise danach ausrichten. Das richtige Programm in der Automatik auswählen. Den Motor per Opel OBD Diagnose auf sparsamen Verbrauch umrüsten. Die Klimaanlage abschalten. Wir könnten noch weitere Dinge aufzählen. Sie merken schon, dass Sie dafür zwar praktisch keinen finanziellen Aufwand betreiben müssen, aber dass Sie dafür mit einem personellen Aufwand rechnen müssen: Sie müssen sich auf die Fahrweise konzentrieren.

Denn damit können Sie die Emissionen Ihres Autos stark beeinflussen: Eine ruhige Fahrweise mit frühem Hochschalten und mit möglichst wenigen Kurzstrecken sorgt für einen geringen Verbrauch und damit auch für geringere Emissionen. Allerdings sind Sie dafür nicht mehr ganz so schnell und werden bei kurzen Strecken eventuell sogar auf das Fahrrad umsteigen – ganz im Sinne des Emissionsbewusstseins und der Nachhaltigkeit. Die meisten führt die Frage nach dem emissionsbewussten Fahren damit zu folgendem Schluss: Sie müssen Ihren Kraftstoffverbrauch senken.

 
 
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